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Der Stummfilm

Stummfilme werden zum Teil noch heute im Fernsehen gezeigt, weil sie einfach Kult sind und fast ein halbes Jahrhundert Fernsehgeschichte schrieben. Natürlich ist diese Art des Films nicht mit heutigen Hollywood-Klassikern zu vergleichen, aber sie versprüht dennoch einen gewissen Charme und ist gerade bei vielen älteren Menschen noch immer sehr beliebt.

Stummfilme verbreiteten sich Gegen Ende des 19. Jahrhunderts rasant in Europa und den USA. Wie der Name schon vermuten lässt, sind solche Filme stumm, das heißt, Schauspieler mussten damals keine langen Textpassagen auswendig lernen, sondern sehr körperbetont mimen. Gestiken und Mimiken wirken in Stummfilmen daher oftmals sehr übertrieben und manchmal sogar regelrecht stupide, was bei stillen Bildern jedoch von großer Wichtigkeit war. Auch auf die musikalische Untermalung von Stummfilmen legte man schon zu Beginn großen Wert. Man hatte noch keine technisch-mechanischen Möglichkeiten, wie heute, aber große Orchester, Pianisten und Grammophone, die einzelne Szenen im Stummfilm begleiteten. Manchmal wurden auch Texte eingebaut und so genannte Filmerzähler dokumentierten einige Stellen, um es dem Publikum im Kino leichter verständlich zu machen.

Der Stummfilm verbreitete sich schnell und erfreute sich in den Anfangsjahren weltweit großer Beliebtheit. Das lag zum einen daran, dass Stummfilme überall zu verstehen waren, denn es gab keine Sprachbarrieren, zum anderen liebte man den zu damaligen Zeiten talentierten Schauspieler Charlie Chaplin, der als Pionier des Stummfilms galt. Trotz des damaligen großen Erfolges des Stummfilms musste man sich zu dieser Zeit bereits mit der großen Welt der Finanzen beschäftigen; Tatsache war, dass die Produktion eines Stummfilms mit nicht unerheblichen Kosten, bezogen auf die damaligen Verhältnisse, verbunden war. Eine Kalkulation des zur Verfügung stehenden Budgets war folglich in jeder Hinsicht erforderlich.

In den ersten Jahren wurden Stummfilme hauptsächlich als Revuen in Theatern präsentiert und waren der Mittelschicht vorbehalten. Die ersten Filme dieser Art zeigten lediglich Alltagsszenen, später arbeitete man nach Drehbuch, wobei zunächst nur sehr wenige Mimen auftraten. Mit dem Erfolg des Stummfilms stiegen auch die Ideen und technischen Möglichkeiten. Während die ersten Filme durchgehend eine Perspektive aufwiesen, schafften Filmemacher es in den 20er Jahren erstmals zu variieren und Perspektivenwechsel einzubringen. So wurden dem Zuschauer Nah- und Fernaufnahmen, sowie erste kleine “Special-Effects” dargeboten, was natürlich für Begeisterung sorgte und die kleinen Kinos füllte.

Charlie Chaplin blieb dem Stummfilm ein Leben lang treu, auch wenn in den 20er Jahren bereits erste Töne und Synchron-Sprecher eingesetzt werden konnten. Für den begnadeten Schauspieler war die Sprache ein großes Hindernis und würde den ganzen Charme des Films ruinieren. Er setzte deshalb stets auf Gestiken und machte sich so einen Namen auf der ganzen Welt.