Die beiden Termini Filmwirtschaft und Filmindustrie umfassen jene Wirtschaftssparte, die sich mit der Produktion, Vervielfältigung sowie allgemeinen Verbreitung von Kinofilmen, Fernsehfilmen und generellen Filmen beschäftigt. Dazu zählen darüber hinaus ebenso große Unternehmen wie bedeutende Filmproduktionsgesellschaften sowie sogenannte Filmverleiher, also Videotheken, welche die Möglichkeit bieten, Filme gegen eine gewisse Leihgebühr für eine bestimmte Zeit auszuborgen.
Analysiert man den Begriff „Filmindustrie“ etwas genauer, so wird schnell deutlich, dass dieser im Grund genommen nicht richtig ist. Der Grund hierfür liegt grundsätzlich darin begründet, dass es sich nur in minimalen Teilen oder gar nicht um Industrie handelt. Tatsache ist, dass der Terminus „Filmindustrie“ aus dem Englischen herrührt, wo man von „film industry“ spricht. Es handelt sich also um einen ganz normalen Germanismus, der vom Englischen übersetzt ins Deutsche übernommen wurde. Mit „film industry“ meint die englische Sprache nämlich korrekterweise „Filmbranche“.
Die Filmwirtschaft hat bis heute im 21. Jahrhundert großen Ruhm sowie einen herausragenden Erfolg verzeichnet. Dazu beigetragen haben im weitesten Sinne die Besucherzahlen in Kinos sowie die hohen Absatzzahlen von sogenannten Verbreitungsmedien wie u.a. DVDs, Videospiele, etc. Darüber hinaus ist es heutzutage möglich, sich das Kino ganz einfach in die eigenen vier Wände zu holen: Hoch qualitative Fernsehgeräte, die erstklassiges Full HD oder HD TV bieten, machen Johnny Depp, Angelina Jolie und Co. noch beeindruckender – und das noch dazu im eigenen Wohnzimmer!
Statistiken und Analysen zufolge konnte ermittelt werden, dass im Jahre 2005 die weltweite Spielfilmproduktion im Vergleich zum Vorjahr 2004 um 7,8 Prozent angestiegen ist. Damit konnte im Jahre 2005 eine Produktion von 4.603 Spielfilmen realisiert werden. Die Mehrheit dieser Filme wurde genau genommen in Indien produziert; mit 1.041 Filmen gelang es 2005 jedoch erstmals, die Gesamtproduktion der EU-25-Staaten (1.035 Filme) zu übertreffen. Weitere Länder mit einem grandiosen sowie überwältigenden Filmausstoß sind die Vereinigten Staaten von Amerika (699 Filme), Nigeria / Nollywood (500 Filme), Japan (356 Filme), China (260 Filme) und Frankreich (240 Filme).
Die Produktion und allgemeine Herstellung von Filmen stellt einen erheblichen finanziellen Aufwand dar. In dieser Hinsicht stellt sich natürlich die Frage der sogenannten Filmfinanzierung. Tatsache ist, dass Filme in den Vereinigten Staaten von Amerika, also vor allem in den erfolgsträchtigen Studioanlagen von Hollywood, mit internationalem Verkauf finanziert werden. Amerikanische Produktionen spielen genau genommen durch ihren internationalen Erfolg Unmengen an Gewinn ein – dabei handelt es sich um jene Gelder, die die Produktion und Herstellung des jeweiligen Films optimal decken. Dagegen sind europäische Filmproduktionen in den meisten Fällen auf Förderungen angewiesen. Die Gründe hierfür liegen hauptsächlich in der Tatsache, dass die europäische Filmwirtschaft im Vergleich zu jener amerikanischen klein strukturiert ist. Von einer wahren europäische Filmindustrie kann hierbei also keinesfalls gesprochen werden.